Die Erforschung der arktischen Eisschmelze erhält technologische Unterstützung aus der Luft: Wissenschaftler setzen verstärkt auf kompakte Fluggeräte, um die Veränderungen in Grönland detailliert zu dokumentieren. Eine Expedition unter der Leitung des französischen Entdeckers Jean-Louis Étienne kombinierte im Juli 2025 Satellitendaten mit hochauflösender Drohnen-Photogrammetrie, um die Dynamik der Gletscher präziser zu erfassen.
Präzisionsarbeit am Eqip-Sermia-Gletscher
Im Zentrum der Mission stand das Forschungsschiff Perseverance, das als weltweit größtes ozeanographisches Forschungssegelschiff die Basis für die Einsätze bildete. Die Forscher nutzten die DJI Mavic 3 Enterprise, um digitale 3D-Modelle der Eisoberflächen zu erstellen. Am Eqip-Sermia-Gletscher gelang es dem Team, eine Fläche von rund 10 Quadratkilometern lückenlos zu kartieren, wofür insgesamt 12 Akkuladungen benötigt wurden.
💡 Gut zu wissen: PhotogrammetrieBei diesem Verfahren werden aus einer Vielzahl überlappender Fotos präzise dreidimensionale Modelle oder Karten erstellt. In der Glaziologie hilft dies, Volumenänderungen von Gletschern zentimetergenau zu berechnen.
Analyse der Eisberg-Fragmentierung
Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchungen lag am Sermeq Kujalleq, auch bekannt als Jakobshavn-Gletscher. Unter der Leitung des Glaziologen William Harcourt von der University of Aberdeen erstellte das Team 3D-Modelle von Eisbergen. Diese Daten dienen dazu, die Fragmentierungsprozesse – also das Zerbrechen der Eismassen – besser zu verstehen und in Klimamodelle zu integrieren. Die Drohnentechnik schließt dabei die Lücke zwischen großflächigen, aber weniger detaillierten Satellitenaufnahmen und punktuellen Messungen am Boden.
Marktlage im DACH-Raum
In Deutschland und Europa festigt DJI seine Position im professionellen Segment mit einem Marktanteil von 70 bis 75 Prozent bei Enterprise-Drohnen. Trotz politischer Debatten über die Herkunft der Technik wächst der Einsatz in der europäischen Klimaforschung jährlich um etwa 25 Prozent. Die aktuelle EASA-Drohnenverordnung fordert für Modelle wie die Mavic-Serie zunehmend spezifische Zertifizierungen, wobei der Hersteller hierzulande mit einer Marktabdeckung von 82 Prozent im gewerblichen Sektor dominiert.
Einsatzmöglichkeiten in der Forschung
Der Einsatz zeigt, wie mobile Technik die Datenerhebung in extremen Umgebungen vereinfacht. Während früher aufwendige Hubschrauberflüge für solche Kartierungen nötig waren, ermöglichen die Drohnen heute flexible Einsätze direkt vom Forschungsschiff aus. Die Kombination aus hoher Mobilität und präzisen Sensoren macht sie zu einem Standardwerkzeug für die moderne Umweltüberwachung.
✅ Tipp: Akkulaufzeit in der KälteBei Einsätzen in arktischen Regionen sinkt die Akkuleistung drastisch. Forscher wärmen die Batterien vor dem Start aktiv vor, um die volle Flugzeit für die Kartierung nutzen zu können.
Das Wichtigste im Überblick
Die Ergebnisse der Grönland-Expedition belegen den Nutzen kleiner Flugsysteme für die globale Klimaforschung. Ob sich die gewonnenen 3D-Modelle nahtlos in langfristige Prognosen integrieren lassen, werden die kommenden Auswertungen der University of Aberdeen zeigen.
„Die Drohne DJI Mavic 3 Enterprise wurde für hochpräzise Photogrammetrie-Daten und 3D-Modellierung eingesetzt.“
— DJI News
Über DJI
DJI wurde 2006 in Shenzhen, China, gegründet und ist ein Anbieter von zivilen Drohnen und Luftbildtechnologie. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung von Flugplattformen für Konsumenten sowie spezialisierte Lösungen für Industrie, Landwirtschaft und Forschung.