Der Markt für professionelles Energiemanagement bekommt Zuwachs: Shelly stellt mit den neuen smarten Leitungsschutzschaltern (MCB) eine Lösung vor, die Sicherheit und Digitalisierung direkt im Sicherungskasten vereint. Die Geräte im kompakten 1M-Format ermöglichen es erstmals, herkömmliche Schutzfunktionen mit moderner Fernsteuerung und Überwachung zu kombinieren, ohne zusätzlichen Platz auf der Hutschiene zu beanspruchen.
Die auf der IFA 2025 präsentierten Smart MCBs sind für verschiedene Lastszenarien ausgelegt und kommen mit B- und C-Auslösecharakteristik auf den Markt. Verfügbar sind Varianten mit Nennströmen von 6 A bis 25 A (1P+N). Der Fokus liegt dabei auf der Echtzeit-Überwachung, die es Nutzern erlaubt, einen übermäßigen Stromverbrauch oder potenzielle Gerätedefekte sofort zu identifizieren und darauf zu reagieren.
💡 Gut zu wissen: Leitungsschutzschalter (MCB)Ein MCB (Miniature Circuit Breaker) schützt elektrische Leitungen vor Schäden durch Überlast oder Kurzschluss. Die Auslösecharakteristik B oder C definiert dabei, wie empfindlich der Schalter auf kurzzeitige Stromspitzen, etwa beim Einschalten von Motoren, reagiert.
Konnektivität und Pro-Serie
Bei der drahtlosen Kommunikation bietet der Hersteller Flexibilität: Die Geräte sind wahlweise mit Z-Wave LR oder einer Kombination aus Bluetooth und Zigbee erhältlich. Für umfangreichere Installationen wurde zudem die „Pro Smart Circuit Breaker“-Linie angekündigt. Diese umfasst 1- bis 4-polige Modelle für Stromstärken von 10 A bis 63 A und ist zusätzlich mit Ethernet, Wi-Fi und Bluetooth ausgestattet, um eine stabile Einbindung in professionelle Netzwerke zu gewährleisten.
- Kompaktmaß: 1M-Format für einfache Integration in bestehende Verteilerkästen.
- Überwachung: Detektion von Fehlern und Verbrauchsspitzen in Echtzeit.
- Schnittstellen: Unterstützung für Z-Wave LR, Zigbee, Bluetooth, Wi-Fi und Ethernet (je nach Modell).
- Leistungsspektrum: Varianten von 6 A bis 63 A für private und gewerbliche Nutzung.
Bedeutung für den deutschen Markt
Die neuen Komponenten sind speziell auf die Anforderungen in DACH-Smart-Homes und professionelle Elektroinstallationen zugeschnitten. Shelly festigt damit seine Position als einer der führenden IoT-Anbieter in Europa, wobei das Unternehmen für das Jahr 2026 ein deutliches Umsatzwachstum auf bis zu 205 Millionen Euro prognostiziert. Die Markteinführung der neuen Leitungsschutzschalter ist für Anfang 2026 geplant, wobei die notwendigen Zertifizierungen für den europäischen Markt derzeit noch durchlaufen werden.
Lohnt sich das Upgrade?
Für Besitzer bestehender Smart Homes bietet die Integration der Schutzorgane eine neue Ebene der Transparenz. Während bisherige smarte Zwischenstecker nur einzelne Endgeräte überwachten, rückt nun die gesamte Elektroinstallation in den Fokus. Ein Umstieg ist besonders dann sinnvoll, wenn eine detaillierte Lastanalyse pro Stromkreis gewünscht ist oder kritische Stromkreise aus der Ferne geschaltet werden müssen. Da die Zertifizierung noch läuft, sollten Fachbetriebe die finale Freigabe für den deutschen Markt abwarten.
Kurz gesagt
Mit den smarten Leitungsschutzschaltern schließt Shelly die Lücke zwischen klassischer Elektroinstallation und digitalem Energiemanagement. Die Kombination aus kompakter Bauform und vielfältigen Funkstandards macht die Geräte zu einer interessanten Option für Neubau und Nachrüstung. Ob die Zuverlässigkeit im harten Sicherungsalltag überzeugt, wird die Markteinführung Anfang 2026 zeigen.
Über Shelly
Shelly ist eine Marke des europäischen Unternehmens Shelly Group (ehemals Allterco), das sich auf die Entwicklung von IoT-Lösungen spezialisiert hat. Das Unternehmen ist bekannt für seine kompakten WLAN- und Bluetooth-Relais zur Nachrüstung in Unterputzdosen. Kernkompetenzen liegen in der Hausautomation und dem Energiemanagement für Privat- und Geschäftskunden.