Fanttik verspricht beim Slim V10 Apex 19.000 Pascal Saugkraft. Der Haken zeigt sich erst im Alltag: Je voller der Behälter wird, desto schwächer wird die Saugkraft tatsächlich. Reicht das für den kompletten Autoinnenraum – oder gibt der Handsauger vorher auf? Wir haben ihn im Auto, am Schreibtisch und auf präparierten Schmutzbahnen getestet, die Laufzeiten geprüft und den Geräuschpegel gemessen.
Transparenzhinweis: Der Slim V10 Apex wurde uns von Fanttik kostenlos zur Verfügung gestellt. Es gab keine Vorgaben zu Inhalt oder Bewertung, und Fanttik hat den Test erst nach Veröffentlichung gesehen.
Erster Eindruck und Verarbeitung
Die Verpackung wirkt hochwertig: robuster Karton, cleanes Design in Schwarz-Gelb. Auf dem Papier stehen 19.000 Pa Saugkraft bei 521 Gramm Gewicht, dazu ein 3000-mAh-Akku und ein 120-Milliliter-Staubbehälter – und das alles in einem 4-in-1-Gerät, das saugen, blasen, aufpumpen und Luft ablassen kann.
Am Gerät selbst gibt es genau eine Taste: kurz drücken wechselt zwischen Low und High, gedrückt halten schaltet ein und aus. Simpler geht es kaum, eine Anleitung braucht man dafür nicht. Das Display zeigt ein L oder H für den Modus und in der Mitte einen kleinen Ring für den Akkustand. Der ist nicht besonders präzise – keine Prozentzahl, keine Minutenangabe, nur ein Ring. Dazu wirkt das Display insgesamt etwas milchig und nicht sonderlich scharf. Das ist schade, weil es der erste Eindruck ist, den man vom Gerät bekommt. Am Design ändert das nichts: Unser Testgerät ist schwarz, erhältlich ist der Sauger auch in weiteren Farbvarianten.
Der Filter lässt sich vorbildlich wechseln – Klappe auf, Schieberegler zur Seite, fertig, ohne dass etwas herausfällt. Geladen wird über USB-C.
Lieferumfang
Zehn Teile liegen bei. Die Mini-Bodendüse hat gummierte Borsten und lässt sich abnehmen, ein zweiter Aufsatz mit härteren schwarzen Borsten eignet sich besser für gröberen Schmutz. Dazu kommen ein einziehbarer Schlauch mit Fugendüse für enge Stellen und eine kleine Bürste zum Reinigen der Fugendüse selbst. Besonders positiv: Ein zweiter HEPA-Filter liegt bereits bei – in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich. Ergänzt wird das Paket durch ein längliches Aufsatzstück fürs Aufpumpen und eine Tragetasche.
Zwei kleine Kritikpunkte: Im Lieferumfang liegt nur ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, ein USB-C-auf-USB-C-Kabel wäre zeitgemäßer. Und der Tasche fehlt eine Fächertrennung – Sauger und Zubehör liegen lose zusammen.
Saugleistung und Akkulaufzeit im Test
Fanttik gibt 15 Minuten Laufzeit im High-Modus und 30 Minuten im Low-Modus an. Im Test hat sich das bestätigt – angesichts der kompakten Bauform und des vergleichsweise kleinen 3000-mAh-Akkus eine positive Überraschung. Praktisch heißt das: 15 Minuten auf High reichen für eine schnelle Zwischenreinigung, und für den kompletten Wageninnenraum kommt man in der Regel mit einer Ladung durch.
Gemessen haben wir außerdem den Geräuschpegel: 77 Dezibel im Low-Modus, 85 Dezibel im High-Modus. Der Klang wirkt dabei dumpfer, als die Werte vermuten lassen. Zum Vergleich: Ein normaler Standsauger liegt meist zwischen 70 und 80 Dezibel – der V10 Apex spielt trotz seiner Größe in derselben Liga.
Im Auto haben wir mit einer einzigen Akkuladung den kompletten Innenraum geschafft: Fußraum, Sitze und die Ablagen dazwischen. Auf den Fußmatten arbeitet der Sauger sauber, mit Fugendüse und Schlauch kommt man auch in schmale Rillen und Ecken.
Für den kontrollierten Vergleich haben wir drei Bahnen aufgebaut: Feinstaub, gröberer Schmutz und kleine Kieselsteine – jeweils einmal im Low- und einmal im High-Modus. Beide Modi haben alles in einem Zug aufgenommen, ohne mehrfaches Ansetzen.
Je voller der Behälter wird, desto deutlicher sinkt die Saugkraft. Gegen Ende der Autoreinigung blieben grobe Steinchen liegen, die der Sauger frisch geleert noch problemlos aufgenommen hatte. Nach dem Ausklopfen des HEPA-Filters stand sofort wieder die volle Leistung bereit – im Nachtest an der Tastatur bestätigt.
Genau deshalb hätten wir uns eine Füllstandsanzeige gewünscht. Wenn die Leistung so klar vom Füllstand abhängt, wäre ein Hinweis am Display hilfreich. Für die Praxis heißt das: Bei einer kompletten Autoreinigung nicht erst am Schluss leeren, sondern zwischendurch den Filter ausklopfen, sobald die Leistung nachlässt. Die 19.000 Pa sind vorhanden – aber nur mit sauberem Filter.
Vielseitigkeit: Blasen, Aufpumpen, Ablassen
Neben dem Saugen kann der V10 Apex auch blasen – gewissermaßen eine schwächere Variante eines dedizierten Air Dusters, der deutlich mehr Druck liefert. An der Tastatur waren Staub und kleine Kieselsteine in einem Zug weggeblasen; für Tastatur und Schreibtisch reicht die Leistung.
Das Absaugen haben wir mit einem Vakuumbeutel getestet. Der Haken: Der Aufsatz des V10 Apex ist rechteckig, die Öffnung des Beutels rund, weil sie für klassische Staubsauger gedacht ist. Der Aufsatz lässt sich dadurch nicht vollständig abdichten, etwas Restluft bleibt im Beutel. Für das schnelle Absaugen unterwegs reicht es trotzdem – eine Zusatzfunktion, die man bei Handstaubsaugern dieser Größe sonst kaum findet.
Fürs Aufpumpen gibt es hinten eine Boost-Funktion. Eine Luftmatratze stand nicht zur Verfügung, deshalb haben wir improvisiert: Beutel leergesaugt, eine kleine Öffnung eingebracht, ein dünnes Element eingesetzt und auf höchster Stufe aufgepumpt. Der Druck war so hoch, dass die Öffnung nachgab. Für Wasserbälle oder kleine Gästematratzen reicht das; für die große Isomatte beim Zelten ist eine dedizierte Pumpe die bessere Wahl.
Grenzen im Alltag
Der V10 Apex ist ein reiner Trockensauger. Verschüttete Flüssigkeiten gehören nicht in das Gerät – Flüssigkeit kann in den Motor gelangen und ihn beschädigen.
Der 120-Milliliter-Behälter ist für einen Handsauger in Ordnung, aber klein. Bei größeren Reinigungsaktionen muss er entsprechend oft geleert und der Filter ausgeklopft werden. Das ist kein Konstruktionsfehler, sondern die Konsequenz der kompakten Bauweise: kleiner Motor, kleiner Akku, kleiner Behälter. Wer den Sauger vor allem fürs Auto nutzt, wird das kaum als Problem empfinden. Wer die komplette Wohnung damit sauber halten will, stößt schnell an eine Grenze.
Alternative im Vergleich: RABIGALA 4-in-1
Der RABIGALA 4-in-1 gibt auf dem Papier 30.000 Pa an, arbeitet mit einem 140-Watt-Motor, einem größeren 7800-mAh-Akku mit 20 bis 40 Minuten Laufzeit und bietet drei statt zwei Saugstufen. Dafür ist der Fanttik deutlich kompakter und leichter, und das Bedienkonzept wirkt aufgeräumter.
Wer längere Sessions fährt und zum Beispiel regelmäßig eine große Familienkutsche komplett aussaugt, profitiert vom größeren Akku des RABIGALA. Wer kurze, häufige Einsätze hat, ist mit dem Fanttik besser bedient.
Preis-Leistung
Den aktuellen Preis findest du in der Preisbox „Wo kaufen“; maßgeblich ist der Preis im jeweiligen Shop. Der RABIGALA bewegt sich je nach Angebot zwischen rund 60 und 90 Euro, bietet dafür aber nicht das kompakte Format und die aufgeräumte Bedienung des Fanttik. Für das Gesamtpaket aus Verarbeitung, Zubehör und Handling ist der Amazon-Preis fair.
Fazit
Kaufen, wenn ein kompaktes Zusatzgerät fürs Auto oder den Schreibtisch gesucht wird und die Bereitschaft besteht, den Filter regelmäßig auszuklopfen. Zur Alternative greifen, wenn längere Laufzeit und mehr Rohleistung wichtiger sind als Kompaktheit. Nicht kaufen, wenn der Sauger den großen Haushaltsstaubsauger ersetzen soll – dafür ist der Behälter zu klein.

