Der Lazurec A9 Pro soll die Reinigung größerer Fensterflächen erleichtern. In unserem Praxistest erzielte er auf freien Glasscheiben streifenfreie Ergebnisse und blieb auch bei einer unterbrochenen Stromversorgung an der Scheibe haften. Wir zeigen, was auf freien Scheiben funktioniert und wo Handarbeit nötig bleibt.
Bewertungshinweis: Zum Produkt gehört keine App. Die Teilnote „App-Funktionen“ ist damit nicht anwendbar und fließt nicht in die Gesamtnote ein. Unterm Strich vergeben wir 3,9 von 5 Punkten. Den aktuellen Preis findest du in der Preisbox.
Das Fazit vorweg
- Streifenfreie Ergebnisse auf freien Scheiben: Auf normalen Fenstern mit Rahmen und auf rahmenlosen Scheiben blieben nach dem Durchlauf keine Schlieren zurück.
- Sicherheit im Test bestätigt: Bei unterbrochener Stromversorgung blieb der Roboter an der Scheibe. Das mitgelieferte Sicherheitsseil bleibt trotzdem Pflicht.
- Methodische Reinigungswege: N- und Z-Muster reinigen freie Glasflächen; für einzelne Flecken gibt es eine punktuelle Reinigung im Kreuzmuster.
- Lautstärke im Betrieb: Im Re-Test haben wir 73 dB gemessen. Damit ist der Roboter leiser als ein handelsüblicher Staubsauger.
- Klar umrissener Einsatzbereich: Mindestfenstergröße 60 x 40 cm; Glasdecken und Dachfenster über 35 Grad Neigung sind laut Hersteller ausgeschlossen.
- Einfache Pflege, lange Garantie: Abnehmbare, waschbare Mikrofaserpads, ein Wartungskit sowie fünf Jahre Gerätegarantie (ein Jahr auf den Akku) und 45 Tage Testphase.
Transparenz und Preis
Das Testgerät wurde uns von NIVAROQ kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Anbieter hatte keinen Einfluss auf Testablauf, Bewertung oder Text und hat den Artikel vor Veröffentlichung nicht gesehen. Der Kauf-Link ist ein Affiliate-Link: Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision — für dich ändert sich der Preis nicht.
Zum Testzeitpunkt kostete der Lazurec A9 Pro 249 €. Der Hersteller bietet eine Testphase von 45 Tagen und fünf Jahre Gerätegarantie. Den aktuellen Preis findest du in der Preisbox „Wo kaufen“.
Funktionsprinzip & Sicherheit
Der Lazurec A9 Pro saugt sich mit einer Unterdruckpumpe an der Fensterscheibe fest. Die 2.500 Pa Haftkraft sind eine Herstellerangabe, die wir nicht nachgemessen haben. Ebenso stammt die Angabe einer Notlaufzeit von bis zu 25 Minuten vom Hersteller. Geprüft haben wir nur, ob das Gerät bei unterbrochener Stromversorgung an der Scheibe bleibt — das tat es zuverlässig; die vollständige Notlaufzeit haben wir nicht gemessen.
Auch bei guter Haftkraft und Notstromakku gehört das mitgelieferte Sicherheitsseil mit Karabiner zu jedem Einsatz. Es dient als zusätzliche Absicherung und sollte immer korrekt befestigt werden, um Sachschäden oder Verletzungen durch Herunterfallen zu vermeiden.
Mit 22,9 x 22,9 x 6,5 cm und 1,45 kg liegt das Gerät im üblichen Rahmen seiner Kategorie. Laut Hersteller erkennen Sensoren Ränder und Hindernisse; im Test fuhr der Roboter auf den geprüften Scheiben nicht über den Rand hinaus. Das Sicherheitsseil ist mit 5 Metern Länge ausreichend lang, um auch größere Fensterflächen von einem sicheren Befestigungspunkt aus zu erreichen.
Reinigungsleistung im Praxistest
Der Lazurec A9 Pro fährt die Glasfläche nach einem methodischen N- und Z-Muster ab. Auf den geprüften Scheiben deckte er die freie Fläche dabei vollständig ab. Geprüft haben wir an zwei Fenstern, eines mit Rahmen und eines ohne Rahmen. Das Ergebnis war in beiden Fällen streifenfrei. Wir haben dafür Glasklarreiniger von dm mit Wasser verwendet.
Beim ersten Lauf kann der Roboter trocken wischen, bis die Pumpe Flüssigkeit fördert. Das ist normal. Tipp: Vor dem ersten Einsatz ein bis zwei Durchläufe machen. Zwischen den beiden Sprühstufen war im Test kaum ein Unterschied erkennbar. Beobachtet wurde außerdem, dass trotz zweier Düsen pro Seite offenbar jeweils nur eine gleichzeitig sprühte. Warum das so ist, konnten wir nicht klären.
Im Re-Test haben wir 73 dB gemessen. Damit ist der Roboter leiser als ein handelsüblicher Staubsauger. Die Reinigungsgeschwindigkeit liegt laut Hersteller bei etwa 25 m²/h, also rund 2,4 Minuten pro Quadratmeter — für ein 2-m²-Fenster knapp 5 Minuten reine Reinigungszeit.
Grundsätzlich gilt für alle Fensterputzroboter: Aufliegende Hindernisse wie Griffe, Scharniere oder Beschläge lassen sich weder überfahren noch mitreinigen — dort bleibt Handarbeit nötig. Das ist kein spezieller Fehler dieses Modells, sondern typisch für die Kategorie. Auch bei uns zeigte es sich: An einer rahmenlosen Glastür blieb das Gerät in zwei von drei Versuchen an der oberen linken Ecke im Bereich des Türgriffs hängen. Nach der Fehlermeldung reagierte es nicht mehr auf die Fernbedienung und musste von Hand abgenommen werden. Rund um den Griff ist danach Nacharbeit von Hand nötig.
Lieferumfang & erste Inbetriebnahme
Im Lieferumfang sind neben dem Roboter eine Fernbedienung, ein Sicherheitsseil mit Karabiner, vier Ersatz-Düsenköpfe, zwei Wischmops und ein kleines Fläschchen zum Befüllen mit Wasser beziehungsweise Reinigungsflüssigkeit enthalten. Ein Wartungskit mit weiteren Pads und Düsen liegt ebenfalls bei. Die Anleitung ist auf Deutsch.
Im Zubehör befinden sich außerdem vier feine Reinigungsnadeln in einem Röhrchen. Sie dienen zum vorsichtigen Reinigen verstopfter Sprühdüsen. Die Nadeln sind sehr spitz und verbiegen sich leicht; deshalb ohne Druck einführen und vorsichtig drehen.
Ein Beiblatt im Paket erklärt die Verwendung der Reinigungsnadeln; das Hinweisblatt steht auch auf der Website von NIVAROQ zum Download bereit.
Bei unserem Testgerät hatte sich beim Auspacken eine Ecke des Klettverschlusses am Mikrofaserpad gelöst. Es bleibt ein Verarbeitungshinweis; laut NIVAROQ kann eine solche Ablösung als Garantiefall gemeldet werden. Das Kabel ist im Lieferzustand eingedreht. Es sollte vor dem ersten Einsatz vollständig abgewickelt werden, damit es sich beim Reinigungslauf nicht verdreht oder den Roboter behindert.
Bedienung im Alltag
Bedient wird der Lazurec A9 Pro über die mitgelieferte Fernbedienung; eine App gehört nicht zum Lieferumfang. Start, Stopp, Reinigungsmuster und Sprühstufe lassen sich damit direkt am Fenster wählen. Im Test war das unkompliziert, setzt aber voraus, dass man beim Reinigungslauf in der Nähe ist: Der Roboter wird manuell gestartet, zeitgesteuerte Läufe sieht er nicht vor. Status-LEDs am Gerät zeigen den Betriebszustand an.
Tankfüllung und punktuelle Reinigung
Der Wassertank wird auf der Unterseite befüllt. Eine durchsichtige Füllstandsanzeige fehlt, sodass die verbleibende Flüssigkeitsmenge am angesetzten Gerät nicht sichtbar ist. Bei größeren Scheiben erschwert das die Kontrolle.
Für einzelne Flecken lässt sich der Roboter per Fernbedienung an die gewünschte Stelle fahren und eine Reinigung im Kreuzmuster starten. Das ersetzt keine Nacharbeit an einer Stelle, die das Gerät wegen eines Hindernisses nicht erreicht. Netz- und Verlängerungskabel kamen im Test zusammen auf gut sechs Meter.
Marktumfeld
Im Segment der Fensterputzroboter positioniert sich der Lazurec A9 Pro als Option, die auf direkte Bedienung und solide Reinigungsleistung setzt. Er konkurriert vor allem mit Modellen im mittleren Preissegment, die ebenfalls per Fernbedienung laufen. Den Lubluelu CHYW201 hatten wir ebenfalls im eigenen Test. Er wurde im direkten Vergleich als lauter wahrgenommen. Seine zwei separaten, durchsichtigen Tanks auf der Oberseite erleichtern dagegen die Füllstandskontrolle. Anders als der Lazurec A9 Pro hat der CHYW201 keine 5 Jahre Garantie. Die Sicherheitsseile wirkten bei beiden Testgeräten robust.
Pflege & Lebensdauer
Die Mikrofaserpads sind abnehmbar und lassen sich mit Seife auswaschen, was die Betriebskosten niedrig hält. Ein Wartungskit mit Ersatzdüsen und weiteren Pads liegt bei. Der Hersteller gibt fünf Jahre Garantie auf das Gerät und ein Jahr auf den Akku; Verschleißteile sind ausgenommen.
Pads nach dem Einsatz auswaschen und die Sprühdüsen gelegentlich auf Verunreinigungen prüfen — das hält die Flüssigkeitsverteilung gleichmäßig.
Einsatzgrenzen
Diese Punkte sind keine Produktmängel, sondern Grenzen der Produktkategorie beziehungsweise Herstellervorgaben: Griffe, Scharniere und Beschläge lassen sich nicht überfahren oder mitreinigen und bleiben Handarbeit. Kleine oder stark unterteilte Fenster gehören nicht zum optimalen Einsatzbereich. Glasdecken und Dachfenster über 35 Grad Neigung sind laut Hersteller ausgeschlossen, die Mindestfenstergröße liegt bei 60 x 40 cm.
Für wen lohnt sich der Lazurec A9 Pro Fensterputzroboter?
Der Lazurec A9 Pro passt zu Haushalten mit vielen oder großen, gut zugänglichen Glasflächen — Balkon-, Wintergarten- oder hoch liegende Fenster. Wer viele kleine, stark unterteilte Fenster hat, gewinnt dagegen wenig.
Fazit
Auf freien Scheiben liefert der Lazurec A9 Pro das, was man von einem Fensterputzroboter erwartet: streifenfreie Ergebnisse und ein systematischer Reinigungsweg. Beim Sicherheitsthema überzeugte er im Test, weil er bei unterbrochener Stromversorgung an der Scheibe blieb — das Sicherheitsseil bleibt trotzdem gesetzt. Die Grenzen sind kategorietypisch: Handarbeit an Griffen und Scharnieren, Mindestfenstergröße und kein Einsatz an Dachfenstern über 35 Grad. Dazu kommt der fehlende Einblick in den Tankfüllstand. Mit 249 € zum Testzeitpunkt, 45 Tagen Testphase und fünf Jahren Garantie ist das Gesamtpaket fair. Für freie, zusammenhängende Glasflächen bleibt er eine funktionale Wahl; für kleine oder stark durch Beschläge unterbrochene Flächen ist er weniger geeignet.




